August 26, 2019


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Wir schreiben das Jahr 2020. Die Banken müssen die Kreditvergabe einschränken und kommen ins Wanken. Angela Merkel tritt vor die Kameras und verkündet:

„Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind.“

Angela Merkel

Ist das ein Déjà-vu? Die Geschichte scheint sich hier zu wiederholen. In der großen Weltwirtschaftskrise 2008 sorgte dieser Satz der Kanzlerin dafür, dass ein Bankenrun und eine weitere Verschlimmerung der Wirtschaftskrise verhindert werden konnte.

Doch dieses Mal ist es anders…

Die Sparer haben das Vertrauen in die Regierung verloren. Sie glauben nicht mehr daran, dass die Regierung wirklich die Spareinlagen garantieren kann. Sie glauben nicht mehr daran, dass die Regierung diese Krise mit ihren politischen Eingriffen lösen kann. Sonst würde sich 2008 schließlich nicht wiederholen.

Schnell noch das Geld abheben…

Es beginnt der Bankenrun. Die Bürger gehen zu ihrer Hausbank und wollen alle ihr Konto leerräumen. Innerhalb von kürzester Zeit geht das Bargeld aus. An den Geldautomaten kannst Du kein Geld mehr abheben. Panik bricht aus. Immer mehr Unternehmen gehen pleite und müssen Beschäftigte entlassen. Die Krise verschärft sich immer weiter.

Die EZB druckt massenhaft Geld, um die Banken und kippenden Staaten retten zu können. Durch die massive Ausweitung der Geldmenge entwerten sich der Euro, die Sparguthaben, Lebensversicherungen und Staatsanleihen innerhalb von kürzester Zeit. Der Sparer wird faktisch enteignet. Wir befinden uns in der größten Wirtschaftskrise aller Zeiten…

Crashpropheten sind doof, aber…

Ich gebe es zu. Ich mag keine Crashpropheten. Es gibt viel zu viele Menschen, die seit Jahren immer für das darauffolgende Jahr den großen Crash verkünden. Die Vorhersage muss regelmäßig korrigiert werden, weil der Crash doch nicht eingetreten ist. Bei vielen Crashpropheten ist es ein (gut funktionierendes) Geschäftsmodell. Zuerst verbreitest Du die Angst vor dem bald nahenden Crash und dann verkaufst Du Deine Bücher, „sicheren“ Fonds oder Beratungen. Ich nenne hier mal keine Namen, aber Du weißt wahrscheinlich, wen ich damit meine.

Dieser Art von Crashpropheten ist es eigentlich egal, ob der Crash jetzt wirklich eintritt oder auch nicht. Sie verdienen ihr Geld durch die Angst der Menschen im Hier und Jetzt.

Aus diesem Grund war ich bisher auch immer sehr kritisch, wenn jemand den Zusammenbruch des Wirtschaftssystems prophezeit hat. Die Crashpropheten haben in der Vergangenheit zu oft danebengelegen. Zudem konnte ich bisher die Erklärungen der Crashpropheten auch nicht wirklich verstehen, warum der Crash gerade jetzt im nächsten Jahr kommen sollte.

Das hat sich geändert…

Die Prophezeiung von Dr. Markus Krall

Vor einigen Monaten bin ich zum ersten Mal auf ein Interview mit Dr. Markus Krall auf YouTube gestoßen. Seine Gedanken und verständlichen Erklärungen zur Situation der Banken haben mich schockiert. Mir war bewusst, dass die Nullzinspolitik der EZB der europäischen Wirtschaft und dem Sparer schadet. Mir war allerdings nicht bewusst, in welche aussichtslose und gefährliche Lage uns die EZB manövriert hat.

Seine Prophezeiung: Im Jahr 2020 (+/- wenige Quartale) wird ein Großteil der Banken seine Kreditvergabe einschränken müssen und dadurch eine massive Wirtschaftskrise auslösen.

Hier findest Du einen Vortrag von Herrn Krall, wo er das gesamte Problem umfangreich beschreibt.

Sehr sehenswerter Vortrag von Herrn Dr. Markus Krall

In den letzten Monaten habe ich mich intensiv mit dem Thema beschäftigt und bin davon überzeugt, dass der Crash, wie von Herrn Krall beschrieben, eintreten wird. Ob es bereits in 2020 soweit sein wird, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass das Bankensystem in Europa zusammenbrechen wird. Es ist aus meiner Sicht nur noch eine Frage der Zeit.

Ich kann Dir nur wärmstens empfehlen einen seiner Vorträge anzuhören und Dir ein eigenes Bild zu machen. Aus meiner Sicht ergeben seine Aussagen einfach nur Sinn. Ich verstehe, wo die systematischen Probleme im aktuellen Wirtschaftssystem liegen und warum diese zwangsläufig eine Krise auslösen müssen. Die Probleme möchte ich im Folgenden kurz beschreiben:

Die Nullzinspolitik der EZB hat in den Marktmechanismus des Kapitalmarktes eingegriffen und dadurch Zinsen geschaffen, die es unter „normalen“ Bedingungen niemals geben würde. Diese Zinsen haben zwei große Auswirkungen:

1. Das Geschäftsmodell der Banken funktioniert nicht mehr.

2. Schlechte „Zombieunternehmen“ werden von dem billigen Geld am Leben erhalten.

Normalerweise verdient eine Bank ihr Geld dadurch, dass sie kurzfristige Gelder von Sparern einnimmt und dann langfristige Kredite ausgibt. Durch das Nullzinsumfeld sind die Margen der Banken allerdings immer weiter unter Druck geraten. Sie können kaum noch gute Zinsen durchsetzen. Zum Teil werden langfristige Immobiliendarlehen für 1,5 % Zinsen pro Jahr oder sogar weniger ausgegeben. Wenn die Bank Geld bei der EZB einlagert, muss sie sogar Strafzinsen bezahlen.

Die Nullzinsphase besteht natürlich bereits seit einigen Jahren. Lange Zeit wurde das Problem durch die alten Kredite allerdings verdeckt. Schließlich gelten die aktuellen Zinsen nur für neu abgeschlossene Kredite. Wenn die Bank noch einen laufenden Kredit aus 2010 mit 6 % Zinsen hat, verdient sie daran gutes Geld. Wenn dieser Kredit jetzt ausläuft und verlängert wird, kann sie nur einen Bruchteil der Zinsen verlangen. Durch das Auslaufen der alten Kredite brechen den Banken nach und nach die Erträge weg.

Bankentower

Bereits jetzt in 2019 schreiben einige Banken Verluste. Wenn die niedrigen Zinsen bleiben, werden die Erträge der Banken weiter schrumpfen und dafür sorgen, dass immer mehr Banken Verluste machen. Nach Herrn Kralls Vorhersage wird das in 2020 ein Großteil der europäischen Banken sein.

Durch die Verluste schmilzt das Eigenkapital der Banken dahin. Aufgrund von rechtlichen Regelungen müssen Banken zur Vergabe von Krediten eine Mindestausstattung an Eigenkapital aufweisen. Ab einem gewissen Punkt dürfen die Banken dann keine bzw. weniger weitere Kredite ausgeben. Das wird dazu führen, dass die ersten Zombieunternehmen keine weiteren Kredite erhalten, pleitegehen und dann ein noch größeres Loch in das Eigenkapital der Bank reißen. Dadurch verstärkt sich die Krise immer weiter und zieht immer mehr Unternehmen und Banken in den Abgrund. Es folgt eine Kettenreaktion.

Die Banken können auch nicht einfach ihre Ausgaben reduzieren. Dazu müssten sie nämlich Mitarbeiter entlassen und Abfindungen zahlen, die sofort das Eigenkapital reduzieren. Sie befinden sich also in einer Zwickmühle, aus der sie nicht herauskommen.

Die Zombieunternehmen

Was hat es mit den Zombieunternehmen auf sich? Unter normalen Umständen (im langfristigen Durchschnitt) gehen etwa 1,5 bis 2 % aller Unternehmen jedes Jahr pleite. Durch die Nullzinspolitik und das billige Geld werden einige dieser Unternehmen am Leben erhalten. Sie müssen deutlich weniger Zinsen zahlen und können daher weiter existieren, obwohl sie unter normalen Umständen bei normalen marktüblichen Zinsen längst pleite wären. Diese Unternehmen nennt Markus Krall „Zombieunternehmen“.

Auf dem Weg ins Zombieunternehmen. 😉

Im ersten Moment hört es sich gut an, dass weniger Unternehmen pleitegehen. Das große Problem hierbei ist, dass die Pleiten durch die niedrigen Zinsen nur aufgeschoben und nicht verhindert werden. Sobald die Zinsen wieder steigen oder die Kreditvergabe reduziert wird, werden die Unternehmenspleiten nachgeholt. Nur mit dem Unterschied, dass dann nicht nur 2 % der Unternehmen in einem Jahr pleitegehen. Durch die geringen Insolvenzen haben sich in den letzten Jahren viele Zombieunternehmen in der Volkswirtschaft angesammelt. Markus Krall geht davon aus, dass es bis zu 10 – 15 % aller Unternehmen sind.

Bei einer Krise würden die Pleiten dieser Zombieunternehmen innerhalb von kürzester Zeit nachgeholt.

Wie sind wohl die Auswirkungen auf die Wirtschaft, wenn innerhalb von wenigen Monaten 10 % aller Unternehmen in Europa pleitegehen, die Banken ihr Eigenkapital verlieren, damit ebenfalls insolvent sind und Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren?

Aus meiner Sicht könnte uns die größte Wirtschaftskrise aller Zeiten bevorstehen.

Ist das realistisch?

Vielleicht bist Du genauso skeptisch, wie ich es war, als ich zum ersten Mal die Aussagen von Herrn Krall gehört habe. Schließlich deutet im Moment eigentlich kaum etwas darauf hin, dass uns eine große Krise bevorsteht. Wir haben eine geringe Arbeitslosigkeit, Rekordsteuereinnahmen und uns geht es in Europa insgesamt wirklich gut.

Ich möchte daran erinnern:

Bei keiner Krise war es vorher wirklich deutlich absehbar. Wir haben uns immer zuvor auf einem wirtschaftlichen Hoch befunden. Auch vor 2008 hatte nie jemand gedacht, dass eine Bank pleitegehen könnte. Es konnte sich einfach keiner vorstellen.

Wird es 2020 wirklich soweit sein? Wird 2020 wirklich der Crash kommen?

Ich habe zuvor bereits erwähnt, dass ich mich beim Zeitpunkt nicht sicher bin. Ich bin mir allerdings sicher, dass der Crash kommen wird! Alles, was Herr Krall beschreibt, lässt sich durch öffentlich zugängliche Daten und durch reine Logik nachvollziehen.

Es ist Fakt, dass die ersten Banken bereits jetzt Verluste schreiben.

Es ist Fakt, dass Banken eine Mindestausstattung an Eigenkapital zur Kreditvergabe haben müssen.

Es ist Fakt, dass die Erträge der Banken schon seit Jahren wegbrechen.

Es ist Fakt, dass die Unternehmenspleiten seit 2009 MASSIV zurückgegangen sind.

Es ist Fakt, dass die Banken ihre Kosten nur massiv durch Entlassungen senken könnten. Dies würde allerdings durch die Abfindungen das Eigenkapital noch weiter reduzieren.

Bereits heute (18.07.2019) ist zum Beispiel die Deutsche Bank an der Börse nur noch 15 Milliarden Euro wert. Und das, obwohl sie laut Bilanz über 60 Milliarden € an Eigenkapital hat. Das ist so, als könntest Du einen 100 € Schein für 25 € erwerben. Entweder ist es ein Hammer-Schnäppchen, das keiner erkennt oder die Anleger glauben, dass die Bank einen Großteil ihres Eigenkapitals verlieren wird. Wenn es wirklich ein Schnäppchen wäre, dann hätte schon längst ein Hedgefonds diese aufgekauft. Ich glaube eher, dass die institutionellen Anleger die Probleme und Risiken erkannt haben.

Quelle: Google

Entweder wird die EZB die Zinsen erhöhen, dadurch die Zombieunternehmen und hoch verschuldete Staaten in die Pleite gehen lassen und die Banken mit in den Abgrund ziehen (unwahrscheinlich)…

oder die Banken können irgendwann weniger Kredite ausgeben und stürzen damit die Zombieunternehmen in die Pleite.

Einer der beiden Szenarien wird eintreten und eine heftige Wirtschaftskrise auslösen. Die Frage ist nur wann und mit welcher Geschwindigkeit.

Meine Hoffnung

Ich wünschte, dass Herr Krall einfach nur Schwachsinn erzählt. Ich wünschte mir, dass die Krise gar nicht kommt und ich die Auswirkungen weit überschätze.

Ich befürchte allerdings, dass Herr Krall mit seiner Analyse Recht hat und wir vor einer riesigen Wirtschaftskrise stehen. Es ergibt alles Sinn und ich konnte auch nach einigen Monaten der Recherche keinen Widerspruch oder überzeugende Gegenargumente finden. Wenn Du einen Denkfehler in meinem Artikel findest, dann wäre ich Dir über einen Kommentar und Hinweis sehr dankbar. Ich habe weiterhin die Hoffnung, dass ich mich irre.

Im Moment mache ich mir viele Gedanken darüber, ob es Sinn ergibt etwas an der eigenen Anlagestrategie zu ändern und sich auf das Szenario vorzubereiten. Sollte ich vielleicht meinen Aktienanteil reduzieren und einen Teil des Geldes in Gold oder andere Dinge investieren? Oder gibt es vielleicht gute Möglichkeiten mit Optionen oder anderen Derivaten von dem Crash zu profitieren?

Was ist Deine Meinung zu dem Thema? Glaubst Du, dass der Crash (eventuell 2020) kommt? Bereitest Du Dich dafür irgendwie vor oder änderst etwas an Deiner Anlagestrategie?

Rechtlicher Disclaimer: Ich halte direkt keine Beteiligungen an irgendwelchen Bank oder habe Derivate auf diese. Höchstens indirekt durch ETFs bin ich an Banken beteiligt.


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Über den Autor

Dominik Fecht

Ich bin Dominik und bilde Menschen im Thema Finanzen aus. Entweder durch diesen Blog, meinen YouTube-Kanal, meine beiden Bücher oder in meiner Live-Online-Ausbildung.

Ich helfe Menschen das Thema Finanzen durch einfache Erklärungen zu verstehen und ihr Geld in die eigenen Hände zu nehmen. Finanzbildung für ein selbstbestimmtes und glückliches Leben.

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  1. Kralls Ansischten: „Zur Dekadenz rechnet Krall den „Genderwahn“, den „Klimawahn“ und das angeblich falsche Verständnis des Asylrechts“, stammt aus Wikipedia. Allein diese Ansichten disqualifizieren ihn und/oder ihm Zeit zu schenken.

    1. Hey Alex,

      ich bin ein Fan Aussagen offen inhaltlich zu diskutieren.
      Mit dem Ansatz dürfte ich kaum noch mit anderen Menschen sprechen, mit denen ich Meinungsverschiedenheiten habe.

      Schöne Grüße
      Dominik

      1. Naja, man darf und sollte schon andere Ansichten haben und anhören, wenn es sich aber um eindeutig nationalistische und mit eindeutig rechtem Vokabular vorgetragene Ansichten handelt, dann sollten bei jedem Demokraten und Fan von Deutschland (Stichwort „unser Wohlstand rührt von unsren Beziehungen zum Ausland her“) die Alarmglocken hell erklingen und Vorsicht ist geboten. Erst wird es sprachlich immer weiter nach rechts verschoben und am Ende will es dann wieder niemand gemerkt haben. Daher sollte man solchen Leuten wie Krall keine Aufmerksamkeit und vor allem keine Zeit schenken.
        Und ganz grundsätzlich, wenn ich etwas über die Zukunft erfahren will, dann kann ich auch in eine Glaskugel schauen, anstatt irgendwelchen Verschwörungstheoretikern auf den Leim zu gehen.
        Ein Naja zum Ende noch, naja, meidet man halt diesen Verschwörungblog. Gibt ja genug bessere.

  2. Mein Hauptkritikpunkt an der Analyse ist das umfassende ceteris paribus auf der sie aufbaut, also die Prämisse, dass alle nicht erwähnten Punkte genauso bleiben wie sie sind. Es könnte ja zum Beispiel irgendwo auf der Welt einen riesigen Boom geben, der über die Exportbranche die deutsche Wirtschaft stabilisiert und so alle beschriebenen Probleme kompensiert. Oder die deutsche Regierung erkennt die Notlage der Banken und gewährt Überbrückungshilfen. Oder die EZB weicht die Kreditvergaberichtlinien auf. Oder die EZB kauft Unternehmensanleihen und hält so einen Teil der „Zombieunternehmen“ am Leben. Das wären mögliche Maßnahmen die diesen Crash verhindern oder 1-3 Jahre nach hinten schieben könnten. In dem Zeitraum hätte man dann mit den Absicherungsinstrumenten Geld verloren.

    Und was ich nicht so ganz verstehe ist das Problem der Banken mit der Nullzinspolitik. Früher haben Banken sich bei Sparern Geld für 8% geliehen und den Kreditnehmern Geld für 10% gegeben. Wenn es stattdessen 0% und 2% sind müssten doch trotzdem 2% Marge bleiben?

    Außerdem unterstellt die Agumentation, dass die Banken in ihrer Kreditvergabe zurzeit alles ausschöpfen und bei ersten Verlusten direkt ihre Kreditvergabe einschränken müssten. Das ist aber mindestens übertrieben. Laut einem Handelsblattartikel von Ende Mai liegt die vorgegebene Eigenkapitalquote bei 11,8%, die deutsche Bank verfügt jedoch über 13,7%. Die Volksbanken haben sogar 17,5%. Hier wäre also noch reichlich Spielraum für eine expansivere Kreditvergabe.

    1. Hallo Karl,

      danke für Deinen Kommentar.

      „Das wären mögliche Maßnahmen die diesen Crash verhindern oder 1-3 Jahre nach hinten schieben könnten.“

      Ich bin mir wie gesagt nicht sicher, ob es wirklich 2020 so weit sein wird. Es spricht nur vieles dafür. Es kann natürlich auch ganz anders kommen. Es können immer unerwartete Dinge passieren, die den Crash hinauszögern. Oder der Crash tritt viel früher ein. Keiner kann es wirklich wissen. Mittlerweile bin ich mir allerdings ziemlich sicher, dass aus den geschilderten Gründen in den nächsten Jahren ein Crash erfolgen wird. Es ist nur eine Frage der Zeit…

      Zur Marge der Banken:

      Die Bank hatte mehrere verschiedene Margen, die durch den Niedrigzins zerstört werden:

      „Die Sparmarge ist die Differenz zwischen dem Zins, den die Bank auf Spareinlagen zahlt und dem, was sie am Geldmarkt für Tagesgeld erhält. Je nach Marktlage waren das früher ein halbes bis anderthalb Prozent.“

      Die Bank nimmt das Geld vom Girokonto und legt es zum Beispiel bei der EZB ein. Damit hat die Bank früher noch Geld verdient. Jetzt allerdings nicht mehr, weil der Einlagenzins -0,4 % beträgt. Die Bank verliert also immer schon Geld, wenn der Kunde Geld auf der Bank liegen hat. Aus geschäftspolitischen Gründen wird der Niedrigzins nicht an die Kunden weitergegeben und die Bank verliert Geld.

      Zudem nimmt die Bank noch kurzfristig Geld ein, um es langfristig zu verleihen. Im Normalfall müsste er ein länger laufender Kredit deutlich höhere Zinsen abwerfen, als ein kurzfristiger Kredit. Schließlich ist das Risiko viel größer. Die Zinsen sind aber für alle Kredite massiv gesunken. Dadurch besteht zwar weiterhin vermeintlich eine Marge. Diese wird allerdings von den vielen Kosten der Banken aufgefressen. Zudem ist in den Krediten mit den niedrigen Zinsen auch nicht korrekt berücksichtigt, wie hoch wirklich das Risiko ist. Die Banken haben es versucht auszugleichen, indem noch mehr Kredite vergeben wurden. Das erhöht das Angebot und sorgt bei gleichbleibender Nachfrage nach Krediten für weiter sinkende Zinsen.

      „Laut einem Handelsblattartikel von Ende Mai liegt die vorgegebene Eigenkapitalquote bei 11,8%, die deutsche Bank verfügt jedoch über 13,7%. Die Volksbanken haben sogar 17,5%. Hier wäre also noch reichlich Spielraum für eine expansivere Kreditvergabe.“

      Ich habe die Zahlen jetzt nicht überprüft und gehe einfach mal davon aus, dass diese korrekt sind. Ich finde die Zahlen ehrlich gesagt beunruhigend. Die Deutsche Bank hat NUR 20 % mehr Eigenkapital, als sie mindestens haben müsste, um Kredite zu vergeben. Und das in einer wirtschaftlichen Boomzeit, wo es der Gesamtwirtschaft sehr gut geht und nur wenige Unternehmen pleitegehen bzw. wenige Kredite ausfallen. Bereits jetzt schreibt die Deutsche Bank Verluste und reduziert ihr Eigenkapital immer weiter. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis irgendeine große Bank in Deutschland ihre Kreditvergabe einschränken muss und dann alle anderen Banken mit in den Abgrund zieht. Vielleicht dauert es etwas länger. Vielleicht kommt es aber auch schneller als erwartet.

      Schöne Grüße
      Dominik

  3. Ich persönlich fände es sehr interessant zu erfahren in welche Kryptowährung du investiert hast und noch mehr würde mich interessieren, warum du genau diese ausgewählt hast bzw. nach welchen Kriterien du deine Entscheidung getroffen hast. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Leser dieses Blogs belesen genug sind und ausreichend Erfahrung in Sachen Geldanlage und Spekulationen haben um zu wissen, dass es wohl wahrscheinlicher ist, sein Geld mit Kryptowährungen zu verlieren, als damit reich zu werden. Einen kleinen Teil des Vermögens, dessen Verlust man verschmerzen kann, in Kryptos zu stecken, finde ich aber dennoch sehr gut.

    1. Danke Dir für Deinen Kommentar. Ich denke es ist wichtig auch wirklich nur das zu investieren, was Du verschmerzen kannst zu verlieren.
      Mal schauen, ob andere auch noch Interesse haben. Dann würde ich mich mal dazu hinsetzen.

      Schöne Grüße
      Dominik

      1. Hey, mich würde es auch brennend interessieren in welche kryptowährung du hier investiert hast. Kenne mich recht gut in dem Bereich aus, und denke auch dass du damit ja niemanden schadest. Du gibst hier ja keine Kaufempfehlung ab, lediglich deine Meinung.

  4. Lieber Dominik,

    danke für deinen Artikel.
    Ich bin zum Jahreswechsel 2017/18 ebenfalls auf Herrn Krall und seine Ausführungen gestoßen. Parallel dazu hatte ich mich mit den Büchern von Dr. Thomas Mayer (https://www.m-vg.de/search/?q=dr.+thomas+mayer) beschäftigt, und mit dessen Vita (relativ aktuell dazu auf WELT: https://www.welt.de/wirtschaft/article198766563/Deutsche-Bank-Analyseabteilung-DB-Research-ist-das-Symbol-fuer-den-Niedergang.html).

    Ich kann mich bis heute einiger Gedanken/Wahrnehmungen nicht verschließen, die sich mit deinen o.g. Ausführungen decken:

    1)
    Das aktuelle Finanzestablishment (FED, EZB, Großbanken) merzt seit 2009 systematisch alle Andersdenkenden aus. Ein Beispiel: Als Dr. Mayer in der Höhe der Schuldenkrise 2012 einen goldgedeckten Euro als unilateral abwertbare Parallelwährung Vorschlug, war er daraufhin seinen Posten als Chef bei DBResearch los, und wurde von einem fachlich Kompetenten Ja-Sager bzgl. der Finanzpolitik der EZB ersetzt. Bsp. 2: Donald Trump schlägt eine offene Verfechterin eines Edelmetall-gedeckten US-Dollars für die FED vor (https://www.cnbc.com/2019/07/03/trumps-federal-reserve-pick-judy-sheltons-economic-policies.html?&qsearchterm=gold%20standard) und hetzt in seinen Tweets systematisch gegen Jerome Powells Geldpolitik (sicher auch aus Eigeninteresse bzgl. einer neuen Wiederwahl in 2020, die eine Rezession im Verbauen würde).

    2)
    Liest man die interne Mail von Christian Sewing an die Banker, in denen 18.000 Stellen gekündigt werden, kann ich nicht umhin sie so zu verstehen, dass die DB im schlimmsten Fall eine kleine Bank wird, die ein bisschen mittelständisches corporate banking und ein bisschen retail banking machen wird. (https://www.cnbc.com/2019/07/08/read-deutsche-bank-ceo-christian-sewings-email-to-staff-about-job-cuts.html?&qsearchterm=deutsche).

    3)
    Die Probleme, die z.B. Dr. Krall seit Jahren systematisch darlegt finden aktuell in Maßen den Weg in die Mainstream Berichterstattung der Medien, und verlassen ihr Schattendasein. Die Zeitungen scheinen nun eher geneigt zu sein, den vom Establishment verschriehenen „Spinnern“ Gehör zu schenken.

    Zu deinem Krypto Kauf:
    Kann klappen, muss aber nicht. Krypto ist in meinen Augen eine reine mathematische Abstraktion, die darauf baut, dass durch zukünftige Rechenleistung die Coins erhalten bleiben und sich u.U. mehr rentieren (im Wert steigern), wenn Angst-Kapital in sie hineinflüchten wird. Einen realen Wert haben die Coins nicht. Mich erinnert das sehr an die Blasen von 2001 und 2008. T-Online und Worldcom waren 2000 der heiße Scheiß, dann crashte alles und ein neuer „sicherer Hafen“ musste her: das waren Immobilien, denen man auch nachsagte, ihr Wert würde immer weiter zunehmen. Dann kam 2008 und Lehman und seither lief das Spiel wieder; nur ist (noch) nicht klar, worin das Fluchtkapital gerade liegt. Bonds? Aktien?

    In 2019 haben die Edelmetalle als sicherer Hafen wieder extrem gewonnen: es geht hier um Werterhalt und nicht um Rendite. Die Geschäfts- und Staatsbanken einiger Länder (z.B. in China und Russland) haben massiv Edelmetalle zugekauft; Basel 3 hat Gold als Zahlungsäquivalent von Tier 3 („Unnütz“) auf Tier 1 („echtes Geld“) hoch bewertet…heimlich still und leise.
    Zu all dem muss ich sagen, Angst macht mir das weniger als in 2017/18, als ich zum ersten Mal auf Krall gestoßen bin. Ich habe eine Drittelallokation: Aktien, Immobilien (börsengehandelte REITs und private equity) und Edelmetalle in Sicherlagern mit Digitalzugriff (Mastercard). Risikoarme Versicherungen mit Börsenanteil habe ich ebenfalls noch, schreibe sie aber emotional schon zu 60% im Wert ab, das lässt mich ruhiger schlafen.

    Glaube ich an den Crash? Nein. Als religiöser Mensch setze ich mein Vertrauen auf Christus. Bereite ich mein Leben vor, um für Familie und Mitmenschen auch in der Krise sorgen zu können? Sicher, aber ohne Angst. Ich erwerbe „alte hard skills“: Gärtnern, imkern, reparieren, usw. Kommt der Crash nicht, hab ich tolle Hobbies; kommt der „Crash von allem“ werden diese skills mir gut helfen können.

    Viele Grüße,
    der gute Verwalter

  5. Hallo Carl,

    natürlich kann niemand sagen, ob eine rasante Innovations- u. Produktivitätssteigerung in einer Weltregion kommt oder nicht.
    Ich denke nur, dass die EZB langsam den Weg einschlägt, den man aus Japan seit dem Asiencrash 1987 kennt, und die Konsequenzen dort sind gelinde gesagt gesellschaftlich verheerend:
    – „Abe-nomics“ und 30 Jahre Nullzins: 70-80% der Assets Japans liegen in der Bilanz der BoJ, seien es Aktien oder Staatsanleihen.
    – Die massiv überalterte Bevölkerung muss ihren Lebensabend zu steigenden Kosten bewältigen, und ist darauf angewiesen, dass der Staat und die BoJ den Wert ihrer Altersvorsorge-Assets hoffentlich bewahren, ohne eine massive Deflation zu riskieren.
    – Die Lage wird dadurch verschlimmert, dass die Entwertung der Kaufkraft des Yen durch den Nullzins die satistisch wenigen Jungen dazu zwingt, sich entscheiden zu müssen: Ehe, Familie und Kinder + Wohnen gehen nur noch für extrem Wohlhabende oder indem man sich verschuldet bis zum St. Nimmerleinstag. Die Kinderquote liegt daher unter einem Bevölkerungs-Erhaltungswert bei astronomisch niedrigen 1,2 Kindern pro Ehepaar, sodass zukünftig niemand mehr da sein wird, der in der Wirtschaft nicht für die Versorgung der alten Arbeiten wird.

    Dazu die 3-teilige Serie von Herrn Stelter: https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/folgt-europa-japan-in-das-deflationaere-szenario-iii/

    Zum Thema Kredit:
    Natürlich werden die Banken, mit dem Rücken zur Wand stehend, Kredit schöpfen können…irgendwie und sicher halblegal. Man muss die zusätzlichen liabilities nur gut genug verbriefen, Pakete schnüren und diese positiv raten lassen. Kennen wir ja auch den Immo-Kreditverbriefungen von 2008. Erfindergeist in Finanzprodukten gab es ja schon immer, meist nur nicht nachhaltig und nicht ohne in den Crashs den kleinen Mann für das gescheiterte Risiko zur Kasse zu bitten.

    Beste Grüße,
    der gute Verwalter

    1. „die Entwertung der Kaufkraft des Yen durch den Nullzins“
      “ muss ihren Lebensabend zu steigenden Kosten bewältigen“

      Es kann sein dass ich dich missverstehe aber ich dachte immer dass Problem der japanischen Wirtschaft der letzten 30 Jahre war zu wenig und nicht zu viel Inflation?

      1. Stimmt, das war missverständlich. In meinem Kopf war es noch logisch, aber auf dem Keyboard wurde es dann unverständlich 🙂

        Ich wollte damit sagen, dass die massiven Asset-Kaufprogramme der BoJ, gepaart mit einer Null-/Negativzinspolitik, die Geldmenge dauerhaft auf Messers Schneide balanciert: Die über 30 Jahre inflationär geschöpfte Geldmenge musste in Assetkäufender BoJ „absorbiert“ werden, um nicht (hyper-)inflationär zu werden. Aktuell (seit 2016) ist die Gefahr eher die Deflation des Geldes, mit entsprechenden möglichen Auswirkungen auf die Realwirtschaft.

        Der JPY muss – zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung – „stark“ und stabil aussehen, auch wenn die Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft am langen Ende genau das gegenteilige Ergebnis haben (werden).
        Zitat: „Abenomics only gave people the impression the government was doing something … but many things remain undelivered“. (https://www.cnbc.com/2019/07/10/reuters-america-boj-focus-on-yen-made-japan-inc-complacent-says-abenomics-critic.html)

        Gruß,
        der gute Verwalter

        1. Hey guter Verwalter,

          danke für Deine ausführlichen Kommentare zu meinem Beitrag.
          Da habe ich mit den Links auf jeden Fall noch einige spannende Sachen zu lesen.

          Ich habe auch die Befürchtung, dass Europa die gleiche wirtschaftliche Entwicklung wie Japan in der Vergangenheit haben könnte, wenn nicht vernünftig gegengesteuert wird.

          Schöne Grüße
          Dominik

  6. Hey Dominik,

    1. Zombieunternehem:
    Die Problematiken siehst du jetzt schon von diesen Unternehmen. Zombieunternehmen sind wenig innovativ und Binden Arbeitskräfte die sonst anderswo Innovationen schaffen könnten -> Sie veringern heutzutage schon indirekt den Fortschritt und das Wachstum

    2. 2008 gab es auch Ökonomen die es lange vorher gesagt hatten: https://youtu.be/6cM4UDKnrZE

    3. Man könnte doch auch die Banken wie es in den Usa geschehen ist, Refinanzieren. (Weil Banken äußerst wichtig sind für die Wirtschaft) wird man politisch in unseren aktuellen Umfeld leider nicht durchsetzen können. Wir haben in EU den Banken bei der Bankenrettung nur Sicherheiten gegeben. Die USA haben den Banken Eigenkapital gegeben. Deshalb sind die auch viel schneller auf die Beine gekommen.

    4. Ist es der Zins oder die Regulierung? 39% der Kosten einer Bank gehen für Regulierung drauf: https://www.cf-fachportal.de/meldungen/studie-banken-zahlen-hohen-preis-fuer-regulierung/
    Und das war noch vor Mifid 2

    5. Wie haben es Japanische Banken geschafft zu überleben? Die UBS hatte vor kurzen eine Studie herausgebracht worin Sie die Auswirkungen des Refinanzierungszinssatzes auf Banken beliebäugelt (finde ich grade leider nicht :/)

    Abschließend, grundsätzlich ja. Mit der EU-Regierung sehe ich das Szenario auch sehr wahrscheinlich. Anstatt das Bein der Wirtschaft gesund werden zu lassen, werden diese eher Amputiert.

    Die Themen werden von der Banken Szene schon länger Diskutiert und Kritisiert, sei es ein Robert Halver (Baader Bank) ein Markus Koch oder oder oder. Nur die Aktuelle Politik denkt halt nur in 4 Jahres Rhythmen.

    Bedenke nur, du bist Staatsdiener. In Griechenland haben die Staatsdiener auch Massive Einschnitte hinnehmen müssen. Du bist schon so sehr vom Euro abhängig, und davon das es DE die nächsten 40 Jahre Top geht, daher würde ich das Geld vorrangig außerhalb der EU investieren. Allein nur aus Hedgin sicht.
    Am besten später auch mit einem US-IB Konto. Bei Kryptos kenne ich mich nicht aus.

    Gruß,
    Pascal

    1. Hey Pascal,

      ich weiß natürlich trotzdem, wer Du bist. 😉

      Danke Dir für den langen Kommentar und die vielen spannenden Punkte.
      Ich befürchte, dass die Banken in der Krise teilweise in den Staatsbesitz übergehen und dann noch ineffizienter gemanagt werden könnten. Es wird für den Sparer aus meiner Sicht definitiv teuer.

      Das Problem ist natürlich eine Mischung aus beiden Punkten. Der hohen Regulierung, den dadurch entstehenden Kosten und den niedrigen Zinsen. Das ist eine tödliche Mischung.

      Schöne Grüße
      Dominik

    2. Hi Pascal,

      ja die Videos von Peter Schiff (und in der späten Phase von Cramer bei CNBC) kurz vor der Krise ’08 sind legendär. Schiff ist ja absoluter Verfechter einer Rückkehr zum Edelmetallstandard der Währungen und im Denken geprägt von der klassischen Austrian-/Chicago-School of Economics. Seit Jahren wiederholt er gebetsmühlenartig, dass die Probleme von 2008 nicht gelöst, sondern nur verschoben und bilanztechnisch verschleiert wurden. Ich denke, dass er da prinzipiell recht hat (ähnlich wie Krall), aber einige „prophetische Aussagen“ sind dann doch übel daneben, z.B. bezüglich der bond yields im Jahr 2018.

      Gruß,
      der gute Verwalter

  7. Ob Dirk Müller, Marc Faber, Friedrich&Weik oder eben Markus Krall – Schlagzeilen von Crashpropheten verkaufen sich gut. Immer ist der Crash noch ein Jahr entfernt. Das war auch vor ein paar Jahren schon so, nur diese Meldungen liest heute keiner mehr. Herr Krall versteht es immerhin seine Crashfantasien sehr elaboriert vorzutragen. Ich gehe auch mit, wenn er von den Risiken der Bilanzausweitungen und Zombieunternehmen erzählt – aber den Schluss daraus zu ziehen, das würde eine Fundamentalkrise auslösen, ist eine kühne These, die ich nicht nachvollziehen kann. Die Wirtschaft hält einiges aus und auch diese Probleme können auf herkömmlichen Weg gelöst werden und sind nicht katastrophal. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es in den nächsten 3 Jahren nur ein paar kleinere Korrekturen aber keinen großen Cash gibt, während es weiter hoch geht. Die Anleger, die dann aus Crash-Angst ausgestiegen sind, werden sich ärgern. Außerdem nutzt Herr Krall die Beliebtheit seiner Crashfantasien zur politischen Systemkritik und vertritt stark eine AFD-nahe Position.

    1. Hallo Martin,

      danke für Deinen Kommentar.
      Crashpropheten und deren Meinungen polarisieren und ziehen immer Aufmerksamkeit auf sich. Deswegen habe ich auch sehr lange darüber nachgedacht und recherchiert, bevor ich diesen Artikel geschrieben habe.
      Herr Krall unterscheidet sich meiner Meinung nach von den anderen dadurch, dass er keinen Fonds oder teure Beratungsdienstleistungen verkauft.

      Herr Krall steckt in einer gewissen Zwickmühle. Wenn er keinen Zeitpunkt genannt hätte, würde seinen Aussagen und Vorträgen deutlich weniger Aufmerksamkeit geschenkt.

      „Ich gehe auch mit, wenn er von den Risiken der Bilanzausweitungen und Zombieunternehmen erzählt – aber den Schluss daraus zu ziehen, das würde eine Fundamentalkrise auslösen, ist eine kühne These, die ich nicht nachvollziehen kann. Die Wirtschaft hält einiges aus und auch diese Probleme können auf herkömmlichen Weg gelöst werden und sind nicht katastrophal.“

      Aus meiner Sicht sind die Zusammenhänge eindeutig und ich kann mir kein Szenario vorstellen, wo wir an einem großen Crash vorbeikommen. Nur über den Zeitpunkt lässt sich aus meiner Sicht streiten. Wenn Banken pleite gehen und viele Unternehmen mit in die Insolvenz ziehen, löst das eine große Krise aus.

      Was konkret spricht aus Deiner Sicht gegen einen Crash? Oder wie denkst Du werden diese Ungleichgewichte gelöst?

      Schöne Grüße
      Dominik

    2. Hallo Martin,

      bzgl. der von dir so eingeschätzten ‚AFD-Nähe‘ von Herrn Krall kann man m.E. folgende Faktenlage anführen:

      – 2-maliger Vortrag beim neuen Hambacher Fest (Neustadt a.d.W.), 2018 + 2019, das von Max Otte initiiert wurde. Otte in (noch) CDU Mitglied und steht im clinch mit der Werteunion. Selbige wurde von AKK jüngst als ‚Nicht-CDU‘ eingestuft.
      – Interview mit Beatrix von Storch, ausgestrahlt über RT Deutsch (siehe Youtube).
      – 2 Interviews mit Roland Tichy auf Tichys Youtube Kanal.
      – Vortrag bei der ef-Konferenz 2019, initiiert von Andre Lichtschlag. Dieser bezeichnet sich selbst als „auf der Seite einer libertären Gegenwehr“ zur aktuellen Politik (s. wikipedia).
      – Diverse Schriftbeiträge in politisch konservativen und ökonomisch libertären Onlinemedien (mises.org, achgut, etc.).

      Man kann Krall allerhöchstens ankreiden, dass er in der Öffentlichkeit mit AFD(-nahen) Personen Kontakt hat, die über diskursive Einzelveranstaltungen aber nicht hinausgehen, und dass er sich als Ökonom an Medien beteiligt, die klassisch libertäre erhard’sche Wirtschaftspositionen vertreten (was oft mit einer Sozialstaatsablehnung) verbunden ist. Ob er sich distanzieren sollte, bleibt ihm als Individuum überlassen.

      Größeres Problem m.E. ist, dass in den Parteien der ‚Mitte‘ diese Positionen (Libertarismus, freie Marktwirtschaft, Minimalstaatsprinzip) nicht mehr auftauchen; und dort, wo sie häufiger auftauchen stellen die Medien relativ undifferenziert sofort die Denklinie „Libertär–>konservativ–>rechts–>AFD–>Höcke–>NPD“ her. Das tötet jeden differenzierten Diskurs ab, da man die Menschen nicht mehr individuell betrachtet, sondern sie
      a) einer identity group zuordnet und diese dann
      b) entsprechend der Ideen der critical theory/ Frankfurter Schule direkt in die Kategorie „Unterdrücker/Täter“ oder „Ünterdrückte/Opfer“ einsortiert…alles unterschwellig natürlich.

      Ein ganz massiver Rückschritt in der Gesellschaftsentwicklung, hochgradig antidemokratisch weil tribalisierend und Hass-schürend!
      Ich würde an deiner Stelle Herrn Krall fragen, ob er sich Zeit nimmt mit dir einen Tag zu verbringen und mit dir seine Positionen zu erörtern, als eine Fernbeurteilung „stark AFD-nah“ anzuführen! Das gebietet ein aufgeklärtes, weil christlich-jüdisch geprägtes, Menschenbild des wertigen Individuums im 21. Jh.

      Viele Grüße,
      guter Verwalter

      1. Danke Dir für den langen und ausführlichen Kommentar.
        Sehe es genauso, wie Du es beschreibst.

        Schöne Grüße
        Dominik

  8. Moin,
    ich glaube du verwechselst eine Europa Krise mit einer Weltwirktschafts Kriese?
    Und sollange die EZB Geld druckt, ist alles gut. Und das können die auch noch 30 Jahre machen, siehe Japan.
    Dumme Banken gehen halt bankrot, kann ja jetzt passieren, siehe lehman, wo die Deutsche Bank nicht ganz unbeteiligt war.
    Und das gute Banken auch bei niedrigen Zinsen Geld verdienen können habe die Großen Banken in USA uns schon gezeigt, wenn man deren vergangenen geschägtszahlen anschaut.

    Ich glaube kommt bestimmt ein Crash, aber nicht wegen Geld/Schulden, dass hatten wir schon man, muss was neues geben 🙂

    1. Hallo Bob,

      glaubst Du wirklich, dass eine große Europakrise in unserer globalisierten Welt keine Weltwirtschaftskrise auslösen wird?

      Natürlich kann die EZB auch im Krisenfall weiter Geld drucken. Dann wird nur der Euro in kürzester Zeit nichts mehr wert sein. Im Krisenfall müssten schließlich mehrere Billionen gedruckt werden.

      In der USA sind die Zinsen höher als in Europa und die Banken haben nicht annähernd so hohe Kosten für die Regulierung. In Deutschland sind fast 40 % der Kosten notwendig, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Dazu kommt noch, dass in den USA die Kosten durch Entlassungen viel schneller angepasst werden können. Dort müssen nicht so hohe Abfindungen gezahlt und so harte Arbeitnehmerschutzgesetze berücksichtigt werden.

      Schöne Grüße
      Dominik

      1. „Natürlich kann die EZB auch im Krisenfall weiter Geld drucken. Dann wird nur der Euro in kürzester Zeit nichts mehr wert sein.“

        1. wäre eine Abwertung des Euro nicht unbedingt problematisch für uns
        2. wertet der Euro nur ab wenn entweder die Inflation stark anzieht oder massiv Euros verkauft werden. Die EZB würde das gedruckte Geld aber ja nicht für Ankäufe außereuropäischer Assets nutzen sondern damit die europäische Wirtschaft stabilisieren. Und dass die Inflation steigt ist in einem Krisenszenario mit nicht ausgelasteten Produktionskapazitäten auch unwahrscheinlich.

  9. Servus,

    so ich habe mir einem Termin gesetzt, klar der genaue Termin ist ungewiss, aber schauen wir mal. 🙂

    Markus Krall ist mir bekannt und ich habe schon ein paar Videos von ihm gesehen. Ich kann ihn ehrlich gesagt nicht so richtig einordnen. Er ist kein klassischer Crashprophet, da gibt es andere die mehr auf die Pauke hauen. Ob es 2020 soweit ist? Ehrlich gesagt, danke ich, dass die Politik alles in Bewegung setzen wird, dass es zu keinen großen Verwerfungen kommen wird. Regulierungen der Banken, bzw. Höhe der Einlagen, können geändert werden und Banken werden sich auch neue Geschäftsideen suchen.

    Die Deutsche Bank, naja, die hat sich auch eher selbst in die Lage gebracht.

    In diesem Sinne danke für den spannenden Artikel.

    Fuseboroto

    1. Hallo Fuseboroto,

      ich bin mir auch sicher, dass die Politik alle Hebel in Bewegung setzen wird, um eine solche Krise zu verhindern.
      Es wird allerdings der Punkt kommen, wo die Politik überrollt wird und nichts mehr machen kann.
      Ob es bereits 2020 soweit sein wird, weiß ich nicht.

      Schöne Grüße
      Dominik

  10. Der ökonomisch interessierte Leser möchte sich vielleicht den Vortrag von Milton Friedman zum Thema „Geld und Inflation“ von 1977 zu Gemüte führen: https://www.youtube.com/watch?v=B_nGEj8wIP0&t=2849s

    In den 70er Jahren war die Inflation hoch, jetzt ist sie tief. Da es namentlich seit der letzten Wirtschaftskrise wenig Inflation gab, scheinen immer mehr Akteure am Markt – und auch Ökonomen – zu denken, dass die „alten Erkenntnisse nicht mehr gelten“. Inflation ist aber immer und ausschliesslich ein monetäres Phänomen, und jede erhebliche Geldmengenausweitung hat in der Geschichte zu Inflation geführt. Die Transmissionsmechanismen mögen langsam sein; und es mag Situationen geben (siehe Japan), wo der Umlauf der Geldmenge sich verlangsamt (womit inflationsfrei eine verhältnismässig grössere Geldmenge möglich ist). Die gesammelten ökonomischen Forschungen zum Thema in Frage zu stellen, weil es „dieses mal anders ist“, wird sich aber wohl als Trugschluss erweisen.

    Die Inflation findet ja schon statt: bei den Vermögenspreisen, die davongaloppieren. Dies wird oft als Vorteil interpretiert, da damit die Vermögen grösser werden; ich vermag es nicht so zu sehen, weil es aufgrund der Geldmengen aufgeblasene Vermögen sind, und solche Blasen platzen bekanntlich irgendwann. Wenn man sich fragt, warum diese Geldmengenausweitung bisher nur bei den Vermögenswerten eine Inflation produziert hat, muss man sich nur fragen, wer denn Zugang hat zu dem von den Zentralbanken geschaffenen Geld. Nebst den Staaten sind es die institutionellen Investoren. Als Normalbürger habe ich nämlich noch nichts von der Geldschwemme bemerkt: es ist in den letzten Jahren nicht einfacher geworden, einen Kredit zu kriegen, sondern schwieriger. Das Geld landet also in erster Linie bei den Institutionellen, diese investeren in Vermögenswerte, und deshlab findet dort die Inflation statt.

    Ob Krall mit der Vorhersage des Zeitpunkts Recht hat, wird sich weisen. Dass ein Knall kommen muss, steht für mich als Ökonomen aber fest.

  11. Hallo Dominik,

    ich habe mir einige Videos von Herrn Krall angeschaut. Das ist nun sein neustes Statement:

    https://www.youtube.com/watch?v=ZtUGCJZsMgY

    Ich finde seine Ausführungen zu den Banken und einem kommenden Crash auch sehr nachvollziehbar. Aber, was heißt das schon? Ich sehe mich nicht in der Lage, das kritisch einschätzen zu können. Ich kann auch nicht abschätzen, ob er das ganze Bild darstellt oder einige Punkte weglässt. In den Interviews mit ihm sind seine Gesprächspartner auch eher Stichwortgeber als kritische Hinterfrager.

    Was mich stutzig macht:

    1. Er wirft Politikern und Wissenschaftlern Inkompetenz vor. So kritisiert er das Modell des menschengemachten Klimawandels. Es bringt aber nicht mehr Argumente als dass die Grundlage des Modells „auf dünnem Eis“ gebaut ist. Stattdessen behauptet er, dass Vulkane mehr CO2 ausstoßen als der Mensch (60:24) . Das gibt es auf Facebook immer wieder, siehe hier: https://correctiv.org/faktencheck/wirtschaft-und-umwelt/2019/07/17/nein-der-aetna-stoesst-nicht-mehr-co2-aus-als-der-mensch

    Wenn er Wissenschaft kritisiert, dann sollte es wissenschaftlich sein. Letztendlich verhält er sich aber genauso unwissenschaftlich und inkompetent.

    2. Ab Minute 57:00 führt er aus, durch Demonstrationen in Berlin rechtmäßige Bürger es nicht schaffen, in angemessener Zeit auf ihre Arbeit zu kommen. Eine „Abdankung des Gewaltmonopols des Staates“. „Es wird allerhöchste Zeit das Gewaltmonopol des Staates wieder bedingungslos herzustellen“ (57:22) . Ich finde das ein wenig zu verallgemeinernd. Eher ein induktiver Fehlschluss: https://www.karteikarte.com/card/1501167/induktiver-fehlschluss-1-vorschnelle-verallgemeinerung

    3. Vereinfachung des Steuersystems (61:02 ) Er sagt, dass 80% der weltweiten Steuerliteratur in Deutschland erscheint. Eher nicht – normales Mittelmaß haben wir: https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/steuern-kommt-die-mehrheit-der-weltweiten-steuerliteratur-aus-deutschland-a-1111192.html

    4. Tragen von Waffen (72:17 ) – „Wir brauchen, auch um die Tyrannei auf Dauer von uns fernzuhalten, das Recht des unbescholtenen und geistig gesunden Bürgers auf das Tragen von Waffen“. Schaffen mehr Waffen mehr Sicherheit? https://katapult-magazin.de/de/artikel/artikel/fulltext/mehr-waffen-mehr-sicherheit/

    5. Und: „Wir brauchen eine Bürgermiliz, um unsere Sicherheit kurzfristig wieder herzustellen.“ (56:39) – passt das zu „Es wird allerhöchste zeit das Gewaltmonopol des Staates wieder bedingungslos herzustellen“ (57:22) .

    Er sagt, er gehöre keiner politischen Partei an, gibt aber Interviews mit Betrix von Storch (YT Video ID: ZtUGCJZsMgY) oder Vorträge bei der AFD (YT Video ID: ZtUGCJZsMgY). Es scheint mir eher, dass Herr Krall vor allem seine Bücher verkaufen und auf den AFD Zug aufspringen will. Das schafft er mit dem Thema „Geldentwertung“ als kollektiver Angst der Deutschen und einigen populistischen Thesen.

    Und was ist, wenn er doch richtig liegt mit dem Mega-Crash? Dann macht mir das, was danach kommen könnte (und er Katharsis nennt) mehr Angst als der Crash selbst. Wenn die AFD mit Leuten wie ihm an die Macht kommen sollte, dann können wir wieder das Strammstehen üben (und ich werde digitaler Normade).

    Viele Grüße,

    Christian

    1. Hallo Christian,

      danke Dir für Deinen langen und ausführlichen Kommentar.

      Natürlich kann ich auch nicht im Details bewerten, ob Herr Krall mit seinen Ausführungen recht hat. Schließlich ist er der Bankenexperte und nicht ich. Aus meiner Sicht ist es allerdings unwahrscheinlich, dass es ihm mit den Büchern ums Geldverdienen geht. Er hat in den größten Beratungsgesellschaften gearbeitet und wird dort sehr gut verdient haben. Da sind die Einnahmen aus Büchern (gerade unter Berücksichtigung des Arbeitsaufwandes) nicht besonders hoch. Das wird wohl kaum sein Antrieb sein. Mit dem gleichen Arbeitsaufwand hätte er in der Beratung ein Vielfaches verdienen können.

      Ich glaube ihm, dass es ihm wirklich um die Bildung und das Warnen der Menschen geht.

      Zum Thema Partei:

      Ich weiß nicht, welche Partei Herr Krall favorisiert. Alleine aus seinen Auftritten bei der Afd zu schließen, dass er von ihnen alles gut findet, halte ich für gefährlich. Doch mal umgekehrt gefragt:

      Kannst Du Dir vorstellen, dass er von den etablierten Parteien überhaupt zu einem Gespräch eingeladen wird?

      Schließlich kritisiert er gerade massiv die Politik und Aktionen der Regierung. Ich glaube eher nicht.

      Ich stimme auch nicht jeder Aussage von Herrn Krall zu. Aus ökonomischer Sicht habe ich bisher leider noch kein Argument gefunden, warum es nicht zu einer massiven Wirtschaftskrise kommen wird. Ich wünschte mir sehr, dass ich mich deswegen täusche. Und vor den Folgen einer solchen Krise kannst Du zu Recht Sorgen haben. Ich mache mir zumindest Sorgen.

      Schöne Grüße
      Dominik

      1. Streiten wir uns mal nicht um den Zeitpunkt und gehen wir mal davon aus, dass es zu einer weltweiten Finanzkrise wie 1929 kommt, dem der Nationalsozialismus folgte und der 2. Weltkrieg.

        Was kommt danach?

        Sofort denken ALLE an ihre persönliche Vorsorge und Schutz: Wasser, Nahrung, Wärme, Hygiene und Medikamente.

        Wer ist aber politisch darauf vorbereitet?

        Ich stelle da zur Zeit erschreckend fest, dass vor allem die Neoliberalen Konzepte haben und klare Vorstellungen wie es weiter geht. Treibende Kräfte sind Unternehmen, die sich zunehmend zusammen schliessen und treffen um genau diese Fragen zu diskutieren. Spannend dazu wird der Solit Gold Weltkongress in Wiesbaden 2020.

        Ihr Ziel ist es sowohl ein faschistische Diktatur zu verhindern als auch eine Verstaatlichung. Sie setzen auf Digitalisierung als Gegenmodell und werden ihre Geschäfte möglichst mit einer Form digitalem Wechsel fortführen. http://www.euroweg.net/Warum-Euroweg

        In den ersten hundert Tagen werden Weichen gestellt für Jahrzehnte. Bevor die öko-sozialdemokratischen Kräfte Luft schnappen können, weil sie noch mit den Zähnen knirschen, da sie jetzt den Kopf in den Sand stecken, wird sich manifestieren, dass weiter das Geld die Welt regiert.

        Diese Krise kann eine grosse Chance werden für all die innovativen Ideen umzusetzen, wie einen Magnetmotor, Brennstoffzellen statt Batterien, umweltfreundliche Stromerzeugung, die beispielsweise Erdanziehungkrafte nutz,… Das wäre im Sinn des Neoliberalismus.

        Es gibt aber auch Bereiche, da ist Solidarität gefragt und da lässt sich kein Geld verdienen: Bildung, Gesundheit/ Pflege, Polizei, Feuerwehr und Verteidigung.

        Wir brauchen neue Konzepte, Ideen und Innovationen als Gegenpol zum Neoliberalismus und Faschismus. Wir brauchen in einer neuen Gesellschaftsordnung vor allem den Gedanken der Solidarität und Gemeinschaft, damit wir rausfinden aus den Kreisläufen; Geld verdienen und schlechte Nahrungsmittel zu kaufen, uns krank arbeiten um wieder Geld auszugeben um gesund zu werden.

        Wir sind 10 Jahre weiter als 2008 und es hat sich vieles entwickelt. Die Welt ist voller Lösungen. Aber sich jetzt wegducken und abwarten bis die Krise überstanden ist, wird ein böses Erwachen, dass dann diejenigen, die sich vorbereitet haben auch das Zepter im Staat in die Hand genommen haben.

        JedeR muss sich fragen, in welcher Welt er oder sie leben will. Die Zeit vor der Krise müssen wir nutzen um Pläne für danach zu schmieden.

        Ich möchte nicht irgendwann auf der Strasse eine bewaffnete Bürgermiliz vor mir stehen haben. Ich möchte kein Gesundheitssystem, in dem die Berufstätigen schnellst möglichst an ihren Arbeitsplatz gebracht werden und sich alte und kranke Menschen mit einer Notfallversorgung begnügen müssen. Ich möchte nicht die Elite in Privatschulen sehen durch die Gnade der Geburt in einem wohlhabenden Elternhaus.

        Also mach Dir Gedanken, setz Dich mit Gleichgesinnten zusammen und fang Dich in entsprechenden Gemeinschaften einzubringen.

        1. Hallo Andrea,

          vielen Dank für den langen und ausführlichen Kommentar.
          Ich kann Dir auch nur zustimmen und sehe es ebenfalls so, dass wir uns Gedanken machen sollten, wie es nach einer Krise weitergeht oder wie wir uns darauf vorbereiten sollten.

          Gerade in solchen ökonomischen Zusammenbrüchen werden die Weichen für die Zukunft gestellt.

          Mich würde daher mal interessieren, was Deine konkrete Vorbereitungen sind. Vielleicht kann ich mich davon ja inspirieren lassen.

          Schöne Grüße
          Dominik

    2. Das ist Suchen in Krümeln.
      Markus Krall ist Finanzexperte, nichts anderes.
      Und davon versteht er was. Ist auch niemand da der ihm irgendwas
      widerlegt.
      Unsere Regierung schweigt bedripst, vermutlich starr vor Entsetzen, weil
      es aus dieser Misere kein Entrinnen gibt.
      Hört euch Herrn Boeringer, AfD an, der sitzt im Finanz- oder Wirtschaftsausschuss.
      Der sagt genau dasselbe.
      Unnötig zu sagen daß ich keine AfD Anhängerin bin.
      Aber man kann doch nicht alles verteufeln nur weil es von dort kommt.
      Und Leute,
      letztendlich geht es doch hier nur um eines: wir alle müssen versuchen unseren Hintern zu retten.
      Es wird keinen Sinn machen ob wir glauben daß der Crash kommt oder nicht, oder wann. Ist es soweit wird es nur noch heißen: R e t t e s i c h w e r k a n n.

  12. Hi Dominik,

    danke für deine kritische Antwort. Das finde ich gut.

    Was ich vor allem darstellen wollte, ist, dass Herr Krall Politikern und Wissenschaftlern Inkompetenzen und Unwissenschaftlichkeit vorwirft, aber sich selbst augenscheinlich falscher Fakten bedient und populistischen Thesen verbreitet. Wenn er so argumentiert, verliert er auch an Glaubwürdigkeit bei dem Bankenthema.

    Er bewirbt seine Bücher sehr stark in seinen Vorträgen, ob das allein seiner Aufklärungsarbeit dienen soll, glaube ich nicht. Vielmehr verbreitet er Fake-News weiter. Er sucht die Öffentlichkeit, besonders die der AFD nahen Medien. Ich vermute, dass er sich für ein politisches Amt in Stellung bringen will. Er sieht die Krise als Katharsis, also als Reinigung. Aber nicht nur wirtschaftlich, sondern vor allem politisch.

    „Kannst Du Dir vorstellen, dass er von den etablierten Parteien überhaupt zu einem Gespräch eingeladen wird?“ Nein, das kann ich mir nicht vorstellen, und ich muss sagen, dass ich das aufgrund seiner politischen Einstellung (also nicht die Bankenthemen) befremdlich fände.

    Hier noch eine interessante Statistik zu den Unternehmensinsolvenzen seit 1950:
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4903/umfrage/anzahl-von-unternehmensinsolvenzen-seit-1950/ (hier als Bild: https://pasteboard.co/IGu3Vry.png)

    Die Pleiten gehen seit 10 Jahren tatsächlich zurück. Aber das ist nur ein Ausschnitt.

    Viele Grüße,

    Christian

    1. Hallo Christian,

      das stimmt natürlich, dass das Verbreiten von Fake-News in anderen Bereichen ein schlechtes Bild wirft.

      Leider ändert es nichts an den ökonomischen Fakten mit der Bewertung der Großbanken und der strukturellen Probleme durch die anhaltende Niedrigzinsphase.
      Keine Ahnung, ob er sich für ein politisches Amt dadurch vorbereitet. So sehr, wie er auf Politikern rumhaut, kann ich mir das eigentlich nicht vorstellen. Doch selbst wenn wäre er aus meiner Sicht ein viel geeigneter Kandidat als die meisten, die aktuell im Bundestga sitzen. Insbesondere in ökonomischen Fragestellungen.

      Schöne Grüße
      Dominik

  13. Wenn der Crash kommt, (und er kommt meiner Meinung nach) fallen wir ins 19.Jh zurück.
    Kein Strom, kein fleißend Wasser, kein Internet.
    Der Crash wird so krasse Auswirkungen haben, das unsere Zivilsation zerstört wird. Allein dadurch das so und soviel Menschen ihr Verhalten ändern, und zum ersten Mal nach dem zweiten Teil des Weltkrieges klar wird, das „unser Essen nicht im Supermarkt wächst.“
    Wenn eine Großstadt erstmal in Panik gerät und die Leute im Supermarkt Notvorräte einkaufen und es leere Regale gibt, dann wird dies nicht mehr zu stoppen sein. In der Hektik kommt es zu Staus und Unfällen und dann gibt es nur noch eins. „Raus aus der Großstadt, aber schnell.“ Ich führe nicht weiter aus, was passiert, eure Phantasie wird euch weiterhelfen, aber wenn alle Menschen morgens gleichzeitig den Fernseher anschalten, weil sie wissen wollen, was los ist, bricht das Stromnetz zusammen.

    1. Hallo Zacharias,

      ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die Auswirkungen so schlimm sein werden.
      Aber wir werden es in der nächsten Zeit ja sehen.

      Wie bereitest Du Dich darauf vor?

      Schöne Grüße aus Brasilien
      Dominik

  14. … Ich finde es ganz arg spannend, denn astrologisch trifft am 8.3.2020 uranus auf den stier. Es geht um wertverschiebung. Wahren Wert. Und um einen gewaltigen Knall.
    Es bleibt ganz arg spannend… Und es wäre trotzdem eine riesige Chance für uns Menschen….!!!
    Zurück zu den wahren Werten.

  15. Also ich vertraue meine Spareinlagen nicht einer Bank an auch Kryptowährung halte ich für unnötig. Alles was digital ist, ist für mich nicht echt. Eine Krise würde schon dafür sorgen das alles den Bach runter geht, genau so wie jetzt der Krieg in Ukraine, wer hätte das für möglich gehalten? Ich investiere lieber in Klopapier 😉

    Liebe Grüße Alisa

  16. das Thema ist aktuell wie nie zuvor.
    Bin gespannt wann die Immobilien Blase hierzulande platzt.
    Einige "Bekannte" aus unserem Gewerbegebiet die für ihre Grundstücke Kredite mit variablem Zinssatz in Anspruch genommen haben, sitzen jetzt auf einer tickenden Zeitbombe.
    Zusätzlich Auftragsschwund durch Corona und seinen Folgen in Kombination mit der aktuellen Inflation, wird ein Fest für einige.

    LG
    Simon

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